Reportage: Altona. Das Künstler-Kombinat im Eschelsweg

Im Eschelsweg in Altona hat sich über die Jahre ein Künstler- und Kreativ-Kombinat zusammengefunden. Wo früher Pommes-Friteusen produziert wurden, gehen heute namhafte Musiker und Tech-Nerds ein und aus. Titel-Reportage für SZENE Hamburg, erschienen in der Juni-Ausgabe 2017. Online wurde die Story als 6teilige Serie veröffentlicht.

Das Stadtmagazin SZENE Hamburg arbeitet mit unterschiedlichen Stadtteil-Porträts. Die Kunst ist es, hier immer wieder neue Perspektiven auf die Quartiere zu finden. Oder auch: neue Local Heroes zu finden, neue Stories zu erzählen, die das Leben in den Vierteln abbilden, ohne in altbekannte Klischees zu verfallen.

Der Stadtteil Altona hat viele Protagonisten, deren Geschichte es wert wäre, erzählt zu werden. Die der Bewohner des Künstlerhauses im Eschelsweg zählt zu diesen. Für mich steht das Gebäude sinnbildlich für die Entwicklung dieses Stadtteils zwischen Gentrifizierung und einer unaufgeregten Bodenständigkeit. Das Gebäude im Eschelsweg sieht von außen weder hipp noch schick aus. Es ist ein eher schlichter Block mit Laubengängen. Aber im Inneren haben sich über die Jahre Tonstudios und professionelle Musiker angesiedelt, die ganz souverän einem nicht ganz alltäglichen Business nachgehen. Ein Verein von Tech-Nerds lebt mittendrin. Eine illustre Mischung. Das Teil ist besonders, auch weil es so versteckt und leise vor sich hin brodelt. Und es ist ein Glücksfall. Für diese Stadt und für das Quartier. Denn das dieses Haus so weiter bestehen bleibt, ist dem Einsatz einer nicht namentlich genannten Hamburger Familie zu verdanken, die das Gebäude dem Mietmarkt und somit der für die Kreativwirtschaft tödlichen Preisspirale entzogen  hat.

Die Recherche für diese Reportage hat mir persönlich viel Freude bereitet: Ich lebe in Altona. Und bin froh, dass dieser Stadtteil sich zumindestens in einigen Ecken erfolgreich gegen die gleichmachende Gentrifizierungs-Suppe wehren kann.

 

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